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Unfallreparatur

Die Instandsetzung Ihres Unfallschadens sollten Sie in Ihrer Fachwerkstätte durchführen lassen - fachgerecht und nach den Richtlinien des Herstellers. So sichern Sie nicht nur den Wert Ihres Fahrzeuges, sondern auch die Langzeitgarantie des Herstellers, z.B. gegen Durchrostungsschäden.

Auch die Crash-Sicherheit hängt entscheidend von einer fachgerechten Instandsetzung ab. Eine unabhängige Studie beweist : Eine unsachgemäße Billigreparatur erhöht das Kosten- und Verletzungsrisiko bei einem weiteren Unfall!

Die Rechnung der Werkstätte ist zusammen mit dem Gutachten ein Nachweis für einwandfreie und vollständige Wiederherstellung - ein entscheidender Vorteil beim späteren Verkauf Ihres Fahrzeuges!

Ihr Fachbetrieb garantiert für seine Arbeit.

Was ist eine fachgerechte Unfallreparatur?

Moderne PKW-Karosserien sind komplexe Gebilde: Unterschiedliche Blechstärken, unterschiedliche Materialien (hochfeste Stähle im tragenden Bereich), örtlich mehrfache Verstärkungsbleche in tragenden Zonen und neue Fertigungsmethoden erfordern nicht nur hohes Können und hochwertige Ausstattung, sondern auch ständige Fortbildung der Mitarbeiter eines Reparaturbetriebes.

Insbesondere eine Instandsetzung in tragenden Zonen und an geschweißten Karosserieteilen muss unter Berücksichtigung neuester Reparaturleitfäden erfolgen, um Stabilität und Crashsicherheit der Karosserie zu erhalten.

Obwohl die Hersteller dazu übergehen, Außenteile in anstoßgefährdeten Zonen wie Front- und Heck zu verschrauben, ist eine Instandsetzung in einem qualifizierten Fachbetrieb wichtiger als je zuvor.

Eine Instandsetzung und Überprüfung von Datenbus-Systemen und Sicherheits- elektronik wie ABS, ESB oder Airbag-Systemen ist ohne entsprechende Ausstattung mit Diagnosegeräe nicht mehr möglich.

Achten Sie daher bei der Auswahl des Reparaturbetriebes auf Ausstattung und Qualifikation.

Gewährleistung

Die normale Gewährleistung für Arbeiten eines Kfz-Fachbetriebes beträgt heute zwischen 6 Monaten und 2 Jahren. In dieser Zeit haftet der Reparaturbetrieb für Ausführungsmängel an Karosserie und Lackierung sowie für während der Gewährleistungsfrist auftretende Mängel als Folge der Unfallreparatur. Dies gilt natürlich auch für Folgeschäden (z.B. Unterrostungen, Lackschäden), die erst während der Gewährleistungsfrist auftreten.

Viele Fahrzeughersteller bieten heute eine Langzeitgarantie gegen Durchrostungs- schäden an der Karosserie. Diese Garantieerklärungen sind jedoch gebunden an Bedingungen: Neben der regelmäßigen Wartung ist Voraussetzung eine Unfallinstandsetzung nach Herstellerrichtlinien.

Nur wenn bei der Instandsetzung nach den Anweisungen des Herstellers gearbeitet wird, kann man sich später auf die Langzeit-Durchrostungsgarantie berufen.

Ausstattung eines Fachbetriebes

Voraussetzung für eine fachgerechte Unfallreparatur ist eine hochwertige Ausstattung auf modernstem Stand.

Schweißverbindungen werden nach den Vorgaben vieler Hersteller – falls möglich – im Widerstands-Punktschweißverfahren (Punktschweißzange) und nicht mehr mit dem Schutzgasschweißgerät durchgeführt.

Selbstverständlich ist bei Instandsetzung an tragenden Teilen der Karosserie der Einsatz einer Rahmenrichtbank unverzichtbar.

Für die Instandsetzung von Aluminiumteilen sollte ein getrennter Arbeitsplatz mit eigenem Werkzeug vorhanden sein. Eine gemischte Verwendung von Werkzeugen ist infolge der Korrosionsgefahr zu vermeiden.

Für die Instandsetzung von kleineren Beschädigungen stehen neue Werkzeuge und Reparaturtechniken zur Verfügung.

Airbag und Sicherheitselektronik

Der Elektronikanteil im Kraftfahrzeug nimmt in den letzten Jahren stetig zu. Immer neue Elektroniksysteme machen das Autofahren sicherer.

Die Instandsetzung dieser Systeme erfordert eine entsprechende Ausbildung und die nötigen Test- und Diagnosegeräte.

Nach einer unfallbedingten Auslösung von Airbag- oder Gurtstraffer-Systemen sind nicht nur der Airbag selbst, sondern in den meisten Fällen auch das Steuergerät und Zuleitungen sowie diverse andere Teile zu erneuern, um bei einem zweiten Unfall für die Insassen wieder volle Sicherheit zu gewährleisten.

Dabei reicht es nicht aus, einfach die beschädigten Teile zu erneuern. Es ist auch eine Aktivierung des Systems auf elektronischem Weg mittels der entsprechenden Diagnosesysteme erforderlich.

Auch zur Überprüfung von Systemen wie ABS oder ESP, die Fahrstabilität auch in kritischen Situationen ermöglichen, ist neben den entsprechenden Prüfgeräten auch viel Detailwissen des Servicetechnikers erforderlich.

Knick im Rahmen - richten oder erneuern?

Durch eine Diplomarbeit in einem unabhängigen Sachverständigenbüro wurde die Diskussion um die Crashsicherheit gestauchter Rahmenteile neu angestoßen. In dieser Arbeit wurde bewiesen, dass Rahmenteile, die unfallbedingt Knicke und Stauchfalten aufweisen und anschließend wieder durch Rückformen und Ausrichten instand gesetzt werden, bei einem zweiten Unfall nicht mehr die gleiche Sicherheit bieten.

Außerdem kann sich bei erneutem Crash der Aufwand für die Unfallinstandsetzung wesentlich vergrößern. Daraufhin erstellte Studien bei Fahrzeugherstellern und dem Allianzzentrum für Technik, Ismaning, ergaben, dass zu einer fachgerechten Unfallinstandsetzung nach Knickbildung an tragenden Teilen diese unbedingt zu erneuen sind, um auch bei einem zweiten Crash vergleichbare Sicherheit zu bieten.

Bestehen Sie daher bei der Instandsetzung Ihres unfallbeschädigten Fahrzeugs darauf, dass tragende Teile mit ausgeprägter Knick- und Faltenbildung auch tatsächlich erneuert werden, selbst wenn die Instandsetzung durch Ausrichten auf den ersten Blick kostengünstiger erscheint.

Nur bei einer Instandsetzung nach Herstellervorgaben ist die Karosserie vergleichbar sicher wie ein unrepariertes Fahrzeug. Das Richten von tragenden Teilen eines Motorrades sollte sich auf Stahlrahmen beschränken. Hierzu sollte unbedingt ein autorisierter Fachbetrieb beauftragt werden.

Richten von Aluminiumrahmen und sonstigen Aluminiumteilen ist von den Herstellern generell nicht freigegeben. Hier besteht erhebliche Gefahr von Rissbildung und in der Folge möglicherweise schwere Verkehrsunfälle.

Achsvermessung und Fahrverhalten

Das Fahrverhalten eines Fahrzeuges – ob PKW, Nutzfahrzeug oder Motorrad – hängt wesentlich davon ab, dass die Fahrwerksgeometrie stimmt.

Werden unfallbedingt Achs- oder Lenkungsteile verformt, so ist aus Sicherheits- gründen auch das Lenkgetriebe zu erneuern oder im Herstellerwerk auf Rissbildung zu prüfen.

Verformte Achsteile dürfen nicht gerichtet werden, sondern sind zu erneuern. Nach Instandsetzung tragender Teile der Karosserie und Erneuerung von beschädigten Achsteilen ist eine Vermessung nicht nur von Sturz und Spur, sondern von weiteren, wichtigen Fahrwerksdaten, wie Nachlauf- und Spurdifferenzwinkel an der Vorderachse notwendig.

Nur wenn alle Fahrwerksdaten im Rahmen der Herstellervorgaben liegen, ist ein einwandfreies Fahrverhalten gewährleistet. Nur in diesem Fall kann auch davon ausgegangen werden, dass z. B. erhöhter Verschleiß der Reifen oder einseitiges Ziehen der Lenkung nach der Unfallinstandsetzung vermieden wird.

Gerade bei Fahrwerksinstandsetzung sollte nicht am falschen Ende gespart werden!

Ausbeulen ohne lackieren

Für die Instandsetzung von kleineren, weichen Eindellungen ohne Lackbeschädigung stehen heute neue Reparaturmethoden zur Verfügung, die eine kostengünstige Instandsetzung ohne Reparaturlackierung ermöglichen.

Typische „Hageldellen“ oder ähnliche Eindellungen können in vielen Fällen z. B. mit der Hebel- und Drücktechnik durch ausdrücken von der Innenseite her rückgeformt werden, ohne dass - bei fachgerechter Ausführung - Lackschäden entstehen. Dieses Instandsetzung eignet sich auch für die Beseitigung von „Parkdellen“ und ähnlichen, geringen Beschädigungen.

Selbst bei kleineren Lackschäden – die nicht bis aufs Blech durchgehen – kann eine derartige Delle zumindest soweit beseitigt werden, dass Sie nicht mehr auf den ersten Blick auffällt. Diese Instandsetzung bietet sich bei älteren Fahrzeugen an, bei denen eine Reparaturlackierung wegen geringer Beschädigungen an der Außenseite nicht wirtschaftlich erscheint.

Reparatur mit Gebrauchtteilen

Gerade bei älteren Fahrzeugen ist eine Instandsetzung mit Neuteilen manchmal nicht mehr wirtschaftlich durchführbar. Hier kann Ihr Reparaturbetrieb möglicherweise aber eine kostengünstige Instandsetzung mit Hilfe von Gebrauchtteilen anbieten.

Nach neuester, höchstrichterlicher Rechtsprechung kann eine Instandsetzung bei Haftpflichtschäden (fremdverursacht) noch vertretbar sein, wenn die Instand- setzungskosten bis zu 30 % über dem Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs vor dem Unfall liegen. Dies gilt auch in Fällen, in denen die Kostengrenze nur durch Einsatz von Gebrauchtteilen eingehalten werden kann.

Wenn Sie Ihr Fahrzeug instandsetzen möchten, obwohl die Kosten für die Reparatur bereits mehr als 30 % über dem Wiederbeschaffungswert liegen, sprechen Sie am besten mit Ihrem Reparaturbetrieb und Ihrem Kfz-Sachverständigen.

Nicht verwendet werden sollten als Gebrauchtteile sicherheitsrelevante Teile wie Fahrwerk-, Bremsen- und Lenkungsteile sowie Komponenten der Sicherheits- elektronik wie Airbags, Steuergeräte, ABS-Aggregate usw.

Unfallreparatur von Leasingfahrzeugen

Bei Leasingfahrzeugen ist der Leasinggeber Eigentümer. Dieser muß nach einem Unfall informiert werden. Nach den meisten Leasingverträgen ist eine Unfallinstandsetzung nach Herstellerrichtlinien fachgerecht und vollständig auszuführen. Verstößt der Leasingnehmer gegen diese vertraglichen Pflichten, dann kann der Vertrag sofort gekündigt werden. Dies kann erhebliche, finanzielle Nachteile bis hin zur Übernahme (und Bezahlung) des Fahrzeuges zur Folge haben!

Daher gilt auch und besonders bei Leasingfahrzeugen: Reparatur nur in einem Kfz-Fachbetrieb und nach den Vorgaben des Herstellers!

Die Wertminderung gehört in diesem Fall übrigens dem Fahrzeugbesitzer, d.h. dem Leasinggeber.