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Kennzeichentypen

Rotes 07er-Kennzeichen

Der Traum des Oldtimer-Sammlers ist ein Wechselkennzeichen für mehrere Fahrzeuge! Allerdings gilt das nur mit deutlichen Einschränkungen: Gestattet ist allein die Teilnahme an Oldtimer-Veranstaltungen sowie Probe- und Werkstattfahrten. In den meisten Bundesländern ist zudem das Führen eines Einzelfahrten-Nachweises (wie beim roten Händlerkennzeichen) vorgeschrieben. Der Steuersatz beträgt pauschal wie beim H-Kennzeichen jährlich 191 EUR (Pkw und Lkw) bzw. 46 EUR (Zweirad).

Mit der ab 1. März 2007 in Kraft tretenden geänderten Fahrzeugzulassungs-Verordnung (FZV) ist ein Oldtimer generell als ein Auto definiert, das vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen ist. Jüngere Fahrzeuge haben somit ab Inkrafttreten der neuen FZV keine Möglichkeit mehr, von den Vorteilen der Oldtimer-Zulassung zu profitieren. Besonders hart ist diese Entscheidung für großvolumige Youngtimer-Exemplare, die dann mit Steuerbescheiden von 2.000 EUR und mehr rechnen müssen. Bis dahin ausgegebene rote 07-Kennzeichen (egal ob unbefristet oder befristet erteilt) bleiben in Bezug auf die Besitzstandwahrung erhalten.

Für die Beantragung eines 07er-Kennzeichens benötigt man eine formlose Auflistung aller Fahrzeuge die mit dem 07er-Kennzeichen bewegt werden sollen, einen aktuellen Auszug aus der Flensburger Punktekartei, ein polizeiliches Führungszeugnis und ab Inkrafttreten der neuen FZV auch ein Gutachten für die Einstufung als Oldtimer (wie beim H-Kennzeichen).

Eine Betriebserlaubnis ist nicht ausdrücklich vorgeschrieben. Das Fahrzeug muss lediglich haftpflichtversichert und verkehrssicher sein (in einigen Bundesländern wird das Führen eines Fahrtenbuches verlangt oder eine gültige Hauptuntersuchung nach § 29 StVZO als Nachweis der Verkehrssicherheit gefordert).

Die Verwendung von Fahrzeugen mit 07er-Kennzeichen ist grundsätzlich auch international möglich, da die Eintragung der Daten im Fahrzeugschein von der zuständigen amtlichen Behörde (Zulassungsstelle) vorgenommen wird.

Übrigens: Im Zuge der Einführung dieses Kennzeichens wurden anfangs auch Exemplare mit „06“ ausgegeben. Diese gelten aber natürlich mit dem entsprechenden Fahrzeugscheinheft ebenfalls als „Oldtimer-Kennzeichen“ und nicht als Händler-Kennzeichen.

07-Kennzeichen künftig erst ab 30 Jahren

Die neue Fahrzeug-Zulassungs-Verordnung, die auch die steuerbegünstigte Zulassung von Oldtimern mit dem 07-Wechselkennzeichen zur gelegentlichen Nutzung zu bestimmten Anlässen wie Oldtimer-Veranstaltungen und Clubtreffen ermöglicht, wurde am 25. April durch die zuständigen Bundesministerien verabschiedet. Damit wird die 30-Jahres-Grenze für das 07er-Kennzeichen ab dem 1. März 2007 unwiderruflich zur Pflicht. Trotz lautstarker Proteste der gesamten Oldtimerszene hielten Wolfgang Tiefensee, Wolfgang Schäuble und Sigmar Gabriel an der Erhöhung der Altersgrenze auf 30 Jahre als Zulassungsvoraussetzung für ein 07er-Kennzeichen fest - bisher lag diese Grenze bei 20 Jahren. Das bedeutet, dass so genannte Youngtimer-Fahrzeuge unter 30 Jahren nur noch regulär bzw. mit Saisonkennzeichen zugelassen werden können.

Wer bereits ein rotes 07er Oldtimerkennzeichen besitzt, kann aufatmen. Das Bundesverkehrsministerium teilte mit, dass allen bereits vergebenen 07er Kennzeichen, egal ob unbefristet oder befristet erteilt, ein umfassender Bestandsschutz gewährt wird. Ab dem 1. März 2007 scheidet eine Neuzulassung für Autos unter 30 Jahren definitiv aus.

Rotes 06er-Kennzeichen

Dieses Kennzeichen, das nicht nur auf Oldtimer beschränkt ist, bleibt gewerblichen Nutzern (Händlern, Herstellern, Werkstätten, etc.) vorbehalten. Voraussetzungen für die Erteilung sind ein entsprechender Gewerbeschein, Bedarfsnachweis, Versicherungsnachweis und „Zuverlässigkeit“ des Antragstellers. Mit dem Kennzeichen können dann Probe-, Prüfungs- und Überführungsfahrten vorgenommen werden. Das Kennzeichen ist als Wechselkennzeichen nicht fahrzeuggebunden, der Nutzer trägt das Fahrzeug selbst in das Fahrzeugscheinheft ein.

Das 06er-Kennzeichen wird im Ausland nicht überall akzeptiert, da der hierfür ausgegebene rote Fahrzeugschein nicht den internationalen Straßenverkehrsübereinkommen entspricht. Abkommen über die Anerkennung des 06er-Kennzeichens gibt es, soweit bekannt, nur mit Österreich und Italien. In anderen Ländern kann die Verwendung problematisch sein.

Reguläres Kennzeichen

Der Steuersatz für Benziner beträgt 25,36 EUR, bei Diesel 37,58 EUR je angefangene 100ccm Hubraum. Die Hauptuntersuchung (HU) ist fällig alle 24 Monate und eine Abgasuntersuchung (AU) alle zwölf Monate (AU/ASU-frei sind Benziner mit Erstzulassung vor 01.07.1969, Diesel vor 01.01.1977). Motorräder werden jährlich mit 1,84 EUR je angefangene 25 ccm Hubraum besteuert. Zu entrichten ist die Steuer im voraus. Bei Zuteilung von Saisonkennzeichen, deren Betriebszeitraum jeweils auf einen nach vollen Monaten bemessenen, zusammenhängenden Zeitraum eines jeden Jahres befristet ist, wird die Steuer tageweise berechnet. Zweiräder bis 125 ccm sind steuerbefreit.

Die übliche Zulassung kommt unter finanziellen Aspekten auch für Oldtimer in Frage: So beträgt die Jahressteuer trotz des hohen regulären Satzes z.B. beim 250 ccm-Hubraum einer Isetta nur 76,08 EUR (3 mal 25,36 EUR je angefangene 100 ccm Hubraum).

Beim regulären Kennzeichen lässt sich der Zeitraum der vorübergehenden Stilllegung jedes Jahr individuell gestalten, unverhoffte Schönwetterperioden können noch genutzt werden. Die anteilige Kraftfahrzeugsteuer wird, auf Tage umgerechnet, zurückerstattet.

Aufpassen: Nach 18 Monaten Stilllegung erlischt der Fahrzeugbrief bzw. die Zulassungsbescheinigung Teil II; die Wieder-Inbetriebnahme erfordert dann ein „Vollgutachten“ (§21 StVZO). Mit Inkrafttreten der neuen Fahrzeug-Zulassung-Verordnung (ab voraussichtlich März 2007) verlängert sich die Löschfrist auf 7 Jahre. Die Wiederzulassung kann dann innerhalb dieser sieben Jahre mit bestanderer Hauptuntersuchung erfolgen.

Generell werden bei der Wiederzulassung die neuen EU-Zulassungsbescheinigungen ausgehändigt.

Das bis Oktober 2000 ausgegebene Kennzeichen mit DIN-Schrift (ohne blaues Euro-Signet) ist natürlich ebenfalls weiterhin gültig. Bei Fahrten ins Ausland gibt es mit diesem Kennzeichen grundsätzlich keine Einschränkungen.

Kurzzeit-Kennzeichen

Das Kurzzeit-Kennzeichen mit der Nummer „04“ ist kein spezielles Oldtimer-Kennzeichen, kann aber durchaus praktisch sein. Wenn das Fahrzeug zum Beispiel abgemeldet oder stillgelegt ist, können mit diesem Kennzeichen trotzdem Probe-, Prüfungs- und Überführungsfahrten (in die Werkstatt, zum Restaurator etc.) vorgenommen werden.

Das Kurzzeit-Kennzeichen wird nach Vorlage einer gültigen Versicherungs-Bestätigungskarte von jeder beliebigen Zulassungsstelle erteilt und ist höchstens fünf Tage gültig. Auch das Kurzzeit-Kennzeichen wird im Ausland nicht überall akzeptiert. Abkommen über die Anerkennung des Kurzzeit-Kennzeichens gibt es, soweit bekannt, nur mit Österreich und Italien. In anderen Ländern kann die Verwendung problematisch sein.

Historisches Kennzeichen

Für das Historische H-Kennzeichen nach § 23 Absatz 1c und § 21 c StVZO gelten die Details wie unter „Reguläres Kennzeichen“. Einzige Abweichung: der Steuersatz beträgt pauschal 191 EUR (Pkw und Lkw) bzw. 46 EUR (Zweirad). Am rechten Rand trägt das Kennzeichenschild neben der üblichen Buchstaben-/Ziffernkombination den Großbuchstaben H. Das H ist aber kein Bestandteil der Erkennungsnummer.

Voraussetzungen für die Erteilung: Das Fahrzeug muss vorwiegend zur „Pflege des Kfz-technischen Kulturgutes“ eingesetzt werden. Das Fahrzeug-Mindestalter beträgt 30 Jahre. Zudem muss beim TÜV (neue Bundesländer Dekra) eine so genannte „Eingangsuntersuchung" mit Gutachten durchgeführt werden. Bei dieser wird festgestellt, ob sich das Fahrzeug weitgehend im Originalzustand befindet. Störend wären hier etwa typunpassende Details, wie ein fremder Motor oder z. B. ein Wohnmobil-Ausbau eines ehemaligen Feuerwehr-Mannschaftswagens. Auch ein schlechter Erhaltungszustand kann die Erteilung verhindern.

Anders als beim roten Oldtimer-Wechselkennzeichen (07) gibt es grundsätzlich keine Einschränkungen bei der Verwendung. Eine gewerbliche Vermietung des Fahrzeuges ist allerdings nicht gestattet.

Auch bei Verwendung des H-Kennzeichens sind keine Einschränkungen für Fahrten ins Ausland bekannt. Eine Kombination von H-Zulassung und Saisonkennzeichen ist im übrigen nicht möglich.